Soll keine Einjahres-Fliege werden


Die SG Altheim-Grünmettstetten vor ihrer„Mission Bezirksliga“ mit Trainern und den Zugängen (hinten, von links): Dominik Klink, Dennis Ade, Paul Jung, (Mitte von links) Marcel Tomm, Luca Götz, Marian Schweizer, (vorne von links) Abteilungsleiter Florian Bläse, Nico Graf, Severin Schorpp und Chefcoach Sven Hayer. Es fehlen Abteilungsleiter Benjamin Bischof (Trainer zweite Mannschaft), Thomas Becker, Robin Glaser, Tim Kreidler und Jason Kaupp. Bild: Willy Bernhardt

Schöner Bericht aus der heutigen Südwestpresse von Willy Bernhard

Nach sieben Jahren kehrt die SG Altheim-Grünmettstetten wieder ins Bezirks-Oberhaus zurück. Trainer Sven Hayer setzt dabei verstärkt auf den eigenen Nachwuchs.

Beim Namen „Hayer“ denken alle Fußballkenner vor allem im Bezirk Nördlicher Schwarzwald gleich an die „Fußball-Dynastie“ aus dem Waldachtal: Vater Horst Hayer spielte dereinst bei den Stuttgarter Kickers und hat als einer der wenigen Kicker aus dem hiesigen Bezirk jemals den Sprung in den Profifußball geschafft. Und sein „Fußball-Gen“ hat Horst Hayer erfolgreich an seine Söhne weiter gegeben. Die Zwillinge Christian und Marco haben ebenso schon höherklassig gespielt wie ihr älterer Bruder Sven, der höherklassige Vereine auch schon selbst trainiert hat.

Mittlerweile trainiert Sven Hayer die SG Altheim-Grünmettstetten, mit der er nach sieben Jahren Bezirksliga-Abstinenz nun wieder den Sprung ins Bezirks-Oberhaus geschafft hat.

Die bisherige Vorbereitung liefe von der Trainingsbeteiligung her bis dato „sehr gut“, sagt Sven Hayer und verweist darauf, dass er im Durchschnitt 29 Spieler zu den jeweiligen Übungseinheiten willkommen heißen konnte. Bei den „teilweise sehr harten Einheiten“ hätten diese allesamt „gut mitgezogen“. Die bisherigen Testspiele indessen waren eher durchwachsen, „mit teilweise sehr guten Spielzeiten, aber dann auch immer wieder mit vielen einfachen Fehlern, welche zu Gegentoren führten“. Gegen den VfL Herrenberg verlor sein Team mit 0:4, gegen den SV Rohrau folgte eine 2:4-Niederlage, und mit dem selben Ergebnis zog die SG A-G auch gegen den TSV Haiterbach den Kürzeren. Gegen den SV Wittendorf verlor die SG mit 2:5. Bis auf Wittendorf spielen alle genannten Gegner in der Bezirksliga Böblingen/Calw. Zwei Siege heimste seine Mannschaft aber gegen die SG Dettlingen-Bittelbronn / Dießen / Schopfloch (5:1) und gegen die TSG Wittershausen (1:0) ein.

Zu drei externen Zugängen
Robin Glaser (26) von der SG Dettlingen-Bittelbronn / Dießen / Schopfloch, Nico Graf (19) U 19 SGM Neckartal, und Tim Kreidler vom TuS Ergenzingen kommen noch sieben Spieler aus der eigenen Jugend: Dennis Ade, Luca Götz, Paul Jung, Json Kaupp, Severin Schorpp, Marian Schweizer und Marcel Tomm.

Sommerbiathlon mit „Hubertus“

Deren Integration sei überhaupt kein Problem gewesen, sagt Sven Hayer, „da sich die meisten Spieler eh schon kannten“. In sich hatte ein Trainingswochenende, gedacht auch als „eine Aktion zum Teambuilding“. Mit dem Grünmettstetter Schützenverein „Hubertus“ wurde ein Sommerbiathlon-Wettkampf veranstaltet, „welcher sehr anstrengend war, wobei freilich aber auch der Spaß nicht zu kurz kam“, was angesichts der traditionell bekannt intensiven Kameradschaftspflege bei der SG-A-G auch nicht zu verwundern braucht.

In der Saison 2012/2013 war die „Steinachtal-Kombi“, wie die SG Altheim-Grünmettstetten allenthalben und der Einfachheit halber auch genannt wird, letztmalig im Bezirks-Oberhaus vertreten. Damit die Rückkehr dort hin nach sieben Jahren keine Einjahres-Fliege bleibt und wird, hat Sven Hayer einen klaren Plan verfasst. „Wir haben viel im körperlichen Bereich gearbeitet, da die Fitness für unser Spiel sehr wichtig ist“, sagt er dazu und verweist – quasi als eine Art „Bestätigung“ – auch darauf, „dass wir in der letzten Saison viele Spiele in der letzten Viertelstunde noch deutlich zu unseren Gunsten entschieden haben, was an der sehr guten körperlichen Verfassung meines Teams lag“. Ansonsten standen taktische und technische Dinge im Mittelpunkt.

„Wir wollen unser Spiel noch variabler gestalten, was die Grundordnung angeht“, ergänzt er. Ziele für die bald beginnende Runde seien „noch nicht“ genauer definiert worden, „aber wir wollen uns als Team und einzelne Spieler weiterentwickeln, und dann werden wir durchaus eine gute Rolle in der Bezirksliga spielen können.“ Um sogleich drauf hinzuweisen, dass vom jetzigen Kader nur drei Spieler bisher bereits Bezirksliga gespielt haben, diese aber für die meisten anderen „Neuland“ sei. Hayer ist davon überzeugt, „dass viele der vor allem sehr jungen Neuzugänge Potenzial auch für höhere Aufgaben haben“. Aber dafür brauche es eben auch Zeit und Geduld. Der Übergang aus der Jugend zu den Aktiven sei sehr schwierig, gerade für Spieler aus den unteren Ligen, wobei es zunächst einmal egal sei, „ob ich Kreisliga B oder Bezirksliga spiele“. Am wichtigsten sei, dass die Jungen regelmäßig spielen und sich an das Tempo und die körperliche Robustheit gewöhnen. Er ist aber zuversichtlich, „dass der ein oder andere in Zukunft in der Bezirksliga spielen wird“.

Lob für Heiko Kieferle

Allenthalben herrsche bei der SG-A-G „große Aufbruchstimmung“ im ganzen Verein. Alle schauten positiv nach vorn. Doch er warnt zugleich: Im Gegensatz zur Kreisliga A 2, als es fast nur Siege für seine Mannschaft hagelte, werde diese im Bezirks-Oberhaus auch lernen müssen, mit Niederlagen umzugehen. Solche seien jedoch auch dazu da, aus ihnen zu lernen und sich weiter zu entwickeln. Mit einem Durchschnittsalter von 24,2 Jahren sei sein Team noch sehr jung, aber eben auch lernwillig und lernfähig.

Froh ist er auch darüber, dass die zweite SG-A-G-Mannschaft in der Kreisliga B spielen kann. „Endlich wieder regelmäßig spielen und auch gefordert werden, denn nur dann können sich die jungen Spieler weiterentwickeln und sich für höhere Aufgaben empfehlen.“ Als Favoriten für die am 30. August beginnende neue Saison sieht Sven Hayer die SG Herzogsweiler-Durrweiler, die SG Vöhringen, den SV Baiersbronn, den SV Wachendorf und vor allem den TuS Ergenzingen ganz vorne. Für seinen Ergenzinger Trainerkollegen und Freund Heiko Kieferle hat Hayer anerkennende Worte übrig: „Die gute Jugendarbeit und Heiko Kieferle als ehrgeiziger Trainer müssen so langsam die Früchte ihrer Arbeit ernten.“

Sven Hayer appelliert an den Teamgeist

Im 32-jährigen Daniel Hämmerle und Kevin Dettling (28) haben nur zwei Spieler der SG Altheim-Grünmettstetten schon mehrere Bezirksligaspiele auf dem Buckel. Für SG-Trainer Sven Hayer sei es aber wichtig, „dass alle Spieler Verantwortung auf und neben dem Platz übernehmen, egal ob alt oder jung. Wir sind als Team aufgestiegen und werden als Team die Bezirksliga erfolgreich bewältigen.“ Und Hayer weiter: „Ein Team, das sich vertraut und jeder einzelne weiß, dass er sich auf die anderen verlassen kann, ist in der Summe besser, als ein einzelner Spieler, der fußballerisch besser ist, aber kein Teamplayer.“

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp
Share on print
Share on email